Was machen als Wirtin, wenn ich die Türen nicht für Gäste öffnen darf?
… weil alle von allen auf Abstand gehalten werden sollen zum Schutz vor einem Virus, das in seiner Auswirkung als so bedrohlich wahrgenommen wird, dass zig Staaten den Normalbetrieb aufgeben, das Wirtschaftsrad anhalten und ein soziales Experiment beginnt, dessen Ausgang noch absolut ungewiss ist. Was machen also, wenn mein Geschäft und ich plötzlich zu nichts nutze sind?
Gärtnern hat sich bewährt. Und einen kleinen Kater anschaffen passte auch gut. Aufgeräumt ist auch. Und dann gab es ja Masken zu nähen. Und alte Kontakte aufzunehmen. Und nahe Kontakte endlich mal in Ruhe zu pflegen.
Und zu merken: weniger tut richtig gut!

Aber das alles scheint mir nicht genug angesichts einer gesellschaftlichen Herausforderung, deren Ausmaß ich maximal grob erahnen kann; einer Herausforderung aber auch, deren Chance ich sehe. Die Chance, aufgrund eines erzwungenen Innehaltens Raum zu haben für die Frage: WIE will ich eigentlich leben, jetzt, unter geänderten Umständen – und welche Umstände möchte ICH aufgrund der Erfahrung der letzten zwei Monate ändern?
Und wie kann das zum Beispiel direkt hier, in meinem Lebensumfeld, aussehen, mit meinen Mitmenschen. Und wie sehen das die Menschen an anderen Orten, mit denen ich verbunden bin?

Damit diese Frage Raum hat und Gesellschaft bekommt, schafft der Zugvogel jetzt schonmal einen virtuellen Gastraum, in dem wir uns treffen, austauschen, anregen, nachdenken können und Acht geben darauf, eben nicht in die alte Vorcoronanormalität zu fallen mit ihrem geballten Wahnsinn.

Willkommen! (sagt Alexandra)